Kunst und Kultur

„In der Fixigkeit war ich dir über, aber in der Richtigkeit warst du mir über.“ ( F. Reuter)

„Der im Jahre 1938 angelegte Schwanenteichpark war der erste Stadtteilpark Rostocks. Zu dieser Zeit war der Bau des Komponistenviertels schon weit vorangeschritten und auch das Ostmarkviertel um den Wiener Platz wuchs langsam. Zwischen den beiden Vierteln sollte der Park entstehen. Im Rostocker Anzeiger vom 26. Oktober 1937 hieß es, dass die bereits fertig gestellten Straßen an die Hauptmann-Loeper-Straße, die heutige Kuphalstraße, heranzuführen sind. Dabei handelt es sich um den Schwarzen Weg, der vom Dorf Barnstorf kommend nach Bramow führte und auf dem geplanten Teichgelände aufgelassen wurde.“

Die Schwäne vom Schwanenteich

Da sind uns auf dem Foto der letzten Schwanenteichfolge doch glatt die Titelhelden abhanden gekommen. Sie sollen hier nachgereicht werden. Denn was wäre der Schwanenteich ohne Schwäne. Sie sind nur wenig scheu, dafür eher ausgeprägt neugierig und kommen bis auf Schnabellänge heran. Die Erwartung allerdings geht in Richtung leckere Häppchen. Kommt dann so ein schnöder Fotografiermensch daher und hat weiter nichts als einen Knipskasten in der Hand, lassen sie sich zwar noch nachsichtig zum Ablichten herab, wenden sich dann aber doch pikiert ab, was angesichts fehlender Schnäppchen nicht verwundern sollte.

Dazu muss allerdings gesagt werden, dass die schönen Tiere ohne menschliche Nahrungszuwendung besser dran sind, wie von den Verantwortlichen zu erfahren ist. Aber das wissen anscheinend weder die Schwäne noch die Menschen. Das aber trifft ebenso für die andren gefiederten Bewohner des Schwanenteiches zu. Helfen würde da ein Blick auf die eigens mit den entsprechenden Bitten ausgestatteten und am Ufer aufgestellten Tafeln. Doch gelegentlich stehen die „gutmeinenden“ Zweibeiner samt Futter direkt daneben. Und irgendwie könnte angesichts glänzender Kinderaugen der strengste Fachmann schwach werden. Den Tieren tut es dennoch nicht gut. Bleibt die Hoffnung, dass die Futter-Fans einsichtig sind und sich auch ohne Leckerli an Schwänen, und Enten erfreuen. Und vielleicht erfreut uns das Schwanenpaar auf dem Teich ja mit Nachkommen, die sich dann wiederum auf ihrem Gewässer niederlassen. (Hans-Heinrich Schimler)

1963 gab es das erste Fischerfest am Schwanenteich. Organisiert vom Fischkombinat, dem Leitbetrieb für Reutershagen, entwickelte sich die Veranstaltung zu einem beliebten Volksfest.

Am 15. Mai 1969 wurde auf dem einstigen Standort der Behelfskirche die neue Kunsthalle als einziger Museumsbau der DDR mit der Ausstellung „Sozialistische Kunst im Bezirk Rostock“ zur Ostseewoche übergeben. Seither ist sie ein wesentlicher Teil der Parkanlage am Schwanenteich. Sollte zunächst lediglich ein Ausstellungspavillon, für den bereits 1964 Pläne vorlagen, errichtet werden, wurde daraus schließlich doch der heutige Bau. Der Architekt Erich Kaufmann und sein Kollektiv hatten bereits eine Studie vorgelegt. Die Entwürfe für den Bau kamen dann aber von den Architekten Hans Fleischhauer und Martin Halwas. Um einen Lichthof herum entstanden auf zwei Etagen 1500 m² Ausstellungsfläche. Eigene Bestände und wechselnde Ausstellungen prägen den Charakter der Kunsthalle.   

Im unmittelbaren Umfeld der Halle stehen verschiedene Kunstwerke, darunter das im Juli 1972 aufgestellte Relief „Die Heiden von Kummerow“ und weitere Skulpturen des Berliner Künstlers Gerhard Rommel.

Ein ganz besonderes Datum ist der 19. April 1984. An diesem Tag wurde der Schwanenteich mit der Parkanlage in die Kreisdenkmalliste des damaligen Kreises Rostock aufgenommen. In der Rostocker Denkmalliste ist er unter der Hamburger Straße verzeichnet. Im Jahr 2001 wurden umfassende Sanierungsarbeiten vorgenommen, Zugänge und Wege erneuert. Im Jahr darauf gab es weitere Arbeiten im Eingangsbereich der Kunsthalle. An der Seite vor dem Café ist ein Staudengarten bemerkenswert, der seine Qualität vor allem durch Großgräser erhält.

Die weiten Rasenflächen und Blumenrabatten rund um den Teich werden von zahlreichen Baum- und Buschgruppen flankiert. Neben verschiedenen Nadelgehölzen gibt es Trauerweiden, wobei die unmittelbar am Ufer stehenden Weiden in folge Blattpilzkrankheit weggenommen werden mussten. Darüber hinaus sind Erlen und Pappeln vertreten, darunter zwei einheimische Schwarzpappeln. Die Schwarzpappel war 2006 der Baum des Jahres. Ein vom Amt für Stadtgrün konzipiertes Pflegewerk für Gewässerufer findet natürlich auch für den Schwanenteich Anwendung. Das betrifft die Schilfmahd unterschiedlicher Intensität von regelmäßiger bis zur Mahd in größeren Abständen. Ausgelichtet wurde auch Erlenwildwuchs, so dass die Uferzone wieder freier ist.

Die Tierwelt ist mit den namengebenden Schwänen, mit Enten, Möwen, Singvögeln sowie im Teich mit Plötzen, Rotfedern und Aalen vertreten. Hans-Heinrich Schimler

Die Fontäne im Schwanenteich ( gebaut 1967) hat seit 1983 einen 15 m hohen Wasserstrahl, um ihn herum sind 27 weitere Düsen mit Wasserstrahlen in unterschiedlicher Höhe. Diese Konstruktion ist aus Stahl und wird von Schwimmkörpern getragen. Seit 1984 steht die Fontäne unter Denkmalschutz.

Rostocker Jungs 1942/43

Im Hintergrund ist die Brücke am Schwanenteich stand bis 1947. Durch Hochwasser im Frühjahr wurde die Brücke derart beschädigt dass es nur noch für Brennholz reichte.( Foto Hr. Stümann)

Kunst rund um und im Schwanenteich

Diese tollen Fotos wurden 2014 gemacht. Das damalige Thema „Nature and More“ wurde durch die Künstlerin Tea Meäkipää umgesetzt.„Atlantis“ ist eine Installation, die Tea Mäkipää gemeinsam mit ihrem Mann Halldór Úlfarsson seit 2007 bereits in mehreren europäischen Gewässern gezeigt hat. Immer gestaltet sie das Haus in landestypischer Architektur. Es gehe ihr darum zu zeigen, wie die Menschen mit der globalen Klimaerwärmung umgehen, erklärt die Künstlerin. „Obwohl das gemütliche Haus im Wasser versinkt, geht das Leben weiter, als wäre nichts passiert. Nicht nur Wissenschaftlern, auch der breiten Öffentlichkeit ist bekannt, dass sich die Lage zuspitzt, aber es passiert nicht viel, um diesen Prozess aufzuhalten.“ ( https://www.rostock-heute.de/atlantis-tea-maekipaeae-kunsthalle/

“ Zwei Fohlen“- eine neue Skulptur am Schwanenteich

Vor circa zwei Jahren wurden zwei Bronzefiguren am Schwanenteich entwendet. Zum einen handeltes es sich um die Skulptur „Großer Stehender“ von Gerhard Schröder. Zum anderem um eine Skulptur „Eselreitender Junge“ von Gerhard Rommel.

„Eselreitender Junge“
„Zwei Fohlen“, Foto von Dirk Auerbach

Die Skulptur „Eselreitender Junge“ wurde in Teilen bei einem Schrotthändler wiedergefunden. Leider fehlte der Kopf des Jungen sodass die Skulptur nicht wieder hergestellt werden konnte. Hinzukam dass die Witwe des Künstlers keine Freigabe für die Wiederherstellung gab.

Für die neuen Skulpturen wurde der Bildhauer Schröder beauftragt, insgesamt sollen zwei neue Skulpturen am Schwanenteich aufgestellt werden, davon eine stehende Figur.

Die Skulptur „Zwei Fohlen“ ist von Hr. Rommel. Diese wurde durch Zufall in der traditionsreichen Gießerei „Seiler“ in Berlin entdeckt. Die Witwe gab die Freigabe für diese Skulptur und nun steht sie am Schwanenteich, mitten auf dem Schwanenteich und soll die Kinder erfreuen…

Am 12. Dezember 2020 wurde die Skulptur „zwei Fohlen“ am Schwanenteich aufgestellt. Frau Dr. Priebe, stellvertretende Ortsbeiratsvorsitzende von Reutershagen wünscht sich, dass es die Fohlen bei uns gut haben werden! 🙂

Und wir hoffen, dass die Skulptur und zukünftig auch alle anderen von Graffitis und weiteren Beschmutzungen verschont bleiben!

Obwohl die Kunsthalle derzeit geschlossen ist, finden die Besucher um die Kunsthalle herum eine Menge großartiger Skulpturen. Ein Spaziergang lohnt sich immer. Egal welches Wetter wir haben, der Schwanenteich ist gut besucht. 🙂

Skulpturen bei der Kunsthalle

Wir werden jetzt gemeinsam einen kleinen Rundgang um die Kunsthalle und um den Schwanenteich machen. 🙂 Alle Texte sind von der Kuratorin Elke Neumann.

Kunsthalle Rostock erweitert ihren Skulpturengarten

„Fünf Plastiken sind vom Depot in den Park des Museums umgezogen. Das Museum will künftig verstärkt den Schwanenteichpark in seine Aktivitäten mit einbeziehen. Besucher dürfen mit Knete die Kunstwerke nachbasteln.Die neue Ausstellung „Schöne Aussichten“ in der Rostocker Kunsthalle befasst sich mit etwas, was viele Besucher gar nicht mehr wahrnehmen: Die Skulpturen draußen vor der Tür des Museums. Extra zur Ausstellung wurden fünf Skulpturen aus der Sammlung im Garten aufgebaut. Die Ausstellung (Eröffnung Samstag um 18 Uhr) will die Geschichte des denkmalgeschützten Parks beleuchten. Besucher können die Kunstwerke mit Knete nachbasteln. Künftig will die Kunsthalle den denkmalgeschützten Park verstärkt mit einbeziehen. Denkbar seien etwa temporäre Installationen, kündigt Kuratorin Elke Neumann an.“ (Pressemitteilung vom 22.11.2017)

Fritz Cremer, Der Aufsteigende / 1969 Bronze

geb. 1906 in  Arnsberg (Ruhr), gest. 1993 in Berlin

Dieser Mann in langer Hose, ohne Hemd steht in seltsamer Pose. Man sieht ihm an, dass er es nicht leicht hat. Eigentümlich verbogen greift er mit dem rechten Arm in die Luft, seine Füße zeigen, dass er nach oben steigt. Diese Bewegung gen Himmel ist sehr mühevoll und nahezu quälend. Cremers Aufsteigender ist den um ihre Freiheit kämpfenden Völkern gewidmet. Der aufsteigende Mann symbolisiert das Streben der Menschen nach Besserem, das Aufsteigen lässt sich bis heute vielfältig lesen. In einem Gedicht von Wolf Biermann zu dieser Figur von Fritz Cremer aus dem Buch Mit Marx- und Engelszungen: Gedichte, Balladen, Lieder fragt Biermann zu Recht: Nun sag uns nur noch das: Wohin steigt dieser da? Da oben, wohin er steigt was ist da? Ist da überhaupt oben? Du, steigt der auf zu uns? Oder steigt er von uns auf? Geht uns der voran? Oder verläßt er uns? Verfolgt er wen? Oder flieht er wen? Macht er Fortschritte? Oder macht er Karriere?

Der 1966-1967 geschaffene erste Guss der Plastik der Aufsteigende gelangte 1975 als Geschenk der DDR an die UNO in den Park des UNO-Hauptquartiers in New York.

Fritz Cremer, geboren 1906 in Arnsberg (Ruhr), starb 1993 in Berlin. Cremer machte eine Lehre als Steinmetz und studierte an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin-Charlottenburg. Fritz Cremer lehrte an der Akademie der Künste der DDR, deren Vizepräsident er später war. 

Bernd Göbel, Liegender Akt/1975, Beton

geb.1942 in Freiberg (Sachsen)

Der liegende Akt von Bernd Göbel findet Platz auf einem kleinen Betonsockel. Die nackte Frauenfigur liegt zusammengerollt mit angezogenen Beinen und über dem Kopf verschränkten Armen auf der Seite. Unklar, ob sie in dieser Pose schläft, sind ihre Augen geschlossen und ihre Gesichtszüge lächeln entspannt. Göbelt bannt hier einen privaten Moment in Beton. Der Frauenakt ist im Park am Schwanenteich Wind und Wetter ausgesetzt, die Szenerie der Figur erzähl jedoch nichts von Kälte und Öffentlichkeit.

Die Frau scheint ganz bei sich, bequem in sich verdreht, ruht sie in entspannter Schwere auf dem Sockel. Bernd Göbel trägt mit der Betonfigur einen in sich gekehrten persönlichen Augenblick in den öffentlichen Raum und erinnert den Betrachter im Park an häusliche Privatheit.

Bernd Göbel geboren 1942 in Freiberg, machte eine Lehre als Holzbildhauer und studierte an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein. 1982 wurde er dort Professor für Plastik und war 1991–2008 Prorektor der Hochschule.

Erik Albert Poulsen, Bellevue/1979, Beton

geb. 1928 in Randers (Dänemark), gest. 1999

Drei Frauen, auf einer Fläche platziert, zwei sitzende einer dritten liegenden gegenüber. Alle sind unbekleidet wie auf einem Tuch in der Landschaft positioniert und schauen in die sie umgebende Natur. Die Betonplastik des Dänen Erik Poulsen trägt den zweideutigen Titel Bellevue – Schöne Aussicht. Die Frauen wirken entspannt, wie nach dem Schwimmen die Sonne genießend, haben sie zum Teil die Augen geschlossen. Sie selbst, umgeben von aussichtsreicher Natur, sind die schöne Aussicht. Ihre kraftvollen Körper in verschiedenen Posen ziehen die Blicke der Betrachter auf sich.

Ihre Gesichter nicht individuell, gleichen sich wie ihre Körper. Diese Drei sind das Ideal der Frau, der Bildhauer portraitiert hier keine individuellen weiblichen Personen. Er spielt mit der Form der Körper und lässt Raum für Identifikation und Fantasie.

Erik Albert Poulsen, geboren 1928 in Vorup, Dänemark, starb 1999. Poulsen studierte an der Kunstakademie Kopenhagen.

Wilfried Schröder, Großer Stehender/1982-83, Bronze (neu 2020)

geb. 1945 in Warnemünde

Eine große männliche Figur steht ruhig, in aufrechter Position. Der junge Mann mit schlankem, muskulösem Körper, in den Schultern ein bisschen nach vorn gebeugt, steht lässig, beinahe unschlüssig da. Sein Gesicht trägt Züge eines Portraits, er ist keine Idealfigur, dieser Mann hatte ein Vorbild aus Fleisch und Blut. Dieses Vorbild ist ihm im Titel „Großer Stehender“ verloren gegangen. Das Abbild einer bestimmten Person tritt hinter die Darstellung eines männlichen Körpers zurück. Die Formen, Proportionen und die Faszination, die dieses einzigartige Gebilde aus Millionen Zellen ausübt, werden durch den Bildhauer sichtbar gemacht. Die Textur der Haut, die Flexibilität der Muskeln und Sehnen werden in Bronze gegossen konserviert.

Wilfried Schröder wurde 1945 in Warnemünde geboren. Er absolvierte nach einer Lehre als Maurer ab 1965 ein Bildhauerstudium bei Eberhard Bachmann, Prof. Heinrich Drake und Prof. Karl Heinz Schamal an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Schröder war 1976 – 79 Meisterschüler an der Akademie der Künste der DDR bei Ludwig Engelhardt. Er lebt und arbeitet in Kühlungsborn.

Walter Arnold, Schwimmerin/ 1958, Bronze

geb. 1909 in Leipzig, gest. 1979 in Dresden

Die Schwimmerin schaut entschlossen und ernst. Diese Frau im Badeanzug mit kompaktem Körperbau und festem Stand hat ein Ziel. Sie schwimmt nicht zum Spaß, nutzt die Fortbewegung im Wasser nicht zur Erholung. Sie ist Sportlerin im Wettkampf, ihre Konzentration verfolgt eine Strategie. Ihr Blick ist ebenso angespannt wie ihre Haltung. Der Moment vor der körperlichen Höchstleistung ist in ihre Züge eingeschrieben. Die glatte Oberfläche und die kompakte Form der Figur erinnern an ihre Entstehungszeit 1958.

Arnold schuf ein Standbild im klassischen Sinne, diese Schwimmerin ist eine idealisierte Sportlerin auf einem Sockel. Ihr Sinnbild ist wichtiger als ihre Person, ihr Körper ist die trainierte Basis des Wettstreits. Walter Arnold 1909 in Leipzig geboren, starb 1979 in Dresden.  Nach einer Ausbildung zum Holz- und Steinbildhauer studierte Arnold bis 1933 unter Alfred Thiele an der Leipziger Kunstgewerbeschule. 1946 wurde er Lehrer an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Arnold lehrte als Professor an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Walter Arnold war 1958 bis 1964 Vorsitzender des Verbandes Bildender Künstler der DDR.

Sabina Grzimek, Stehender Akt – Lehrerin/1968-70 Bronze

geb. 1942 in Rom (Italien)

Dieser Torso zeigt eine stehende Frauenfigur, ihr fehlen Arme, Gesicht und Füße. Der Torso als ein Überrest wurde durch August Rodin Anfang des 20.Jahrhunderts zu einer eigenen bildhauerischen Gattung. Sabina Grzimek legt diesen Frauenkörper bewusst als Bruchstück an, die Unvollständigkeit ist Teil der Figur. Der Beiname Lehrerin irritiert, da auf den ersten Blick keine Beigaben auf eine bestimmte Person verweisen. Die Erinnerung an eine bestimmte Person bleibt bei der Bildhauerin verborgen. Der Körper steht sehr aufrecht, kraftvoll und wirkt doch durch seine Versehrtheit verletzlich.

Dieser Akt ist kein idealisiertes Standbild, er ist ein verschleiertes Portrait, welches die Oberfläche der Person verlässt. Der menschliche Körper wird zum Ausdruck innerer Konflikte, das Zerteilen der Figur verursacht Unbehagen. Grzimek reduziert diese Frau auf den Rumpf und macht ihre Brüche sichtbar.

Sabina Grzimek, 1942 in Rom geboren, studierte Bildhauerei in Berlin und arbeitet freischaffend in Berlin und Erkner. 2011 erhielt sie den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg für ihr Lebenswerk.

Wieland Förster, Aufblickender Akt/1963-64, Bronze

geb. 1930 in Dresden

Die Frau mit den runden Formen schaut in den Himmel. Der Aufblickende Akt von Wieland Förster hat den Blick nach oben gerichtet, interessiert blickt sie auf. Dieses klassische Thema einer nackten, stehenden Frau zeigt den menschlichen Körper und weiche, üppige Rundungen. Dieses Model hat nichts von mageren Mannequins, ihre Formen sind prall, sinnlich und voller Leben. Ihr gen Himmel gewandter Blick entrückt sie vom Betrachter, sie ist in ihrer eigenen Gedankenwelt. Wieland Förster schuf in dieser Figur kein Portrait. Es zeigt nicht eine bestimmte Frau, diese Frau verkörpert ein Ideal. Die weibliche Figur als Typus. Alle Zuschreibungen und Ideen einer Frau lassen sich auf sie übertragen, die Frau als Sinnbild für Fruchtbarkeit, Liebe, Schönheit und Güte.

Diese Ideale einer Frau sind zugleich große Erwartungen – was macht eine Frau aus, was ist weiblich? Welche Ideale gelten heute? Wieland Förster wurde 1930 in Dresden geboren. Er studierte Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und war Meisterschüler von Fritz Cremer an der Deutschen Akademie der Künste Berlin. Nach Ausstellungsverboten und Arbeitsbehinderungen in den 60er und frühen 70er Jahren erhielt sein Werk später große Anerkennung. 1985 wurde er zum Professor der Akademie der Künste in Berlin ernannt. Förster lebt und arbeitet in Oranienburg.

Jürgen von Woyski, Taubenturm/1969, Terrakotta

geb. 1929 in Stolp (Polen), gest. 2000 in Dresden

Im Taubenturm von Jürgen von Woyski stehen die Tauben bereit zum Abflug, sie lehnen sich munter aus dem runden Turm und scheinen jeden Moment aufzufliegen. Der Turm dient den Vögeln als Orientierungs- und Sammelpunkt, hält sie jedoch nicht gefangen. Tauben, der Inbegriff für freie tierische Großstadtbewohner, sind nicht immer gern gesehen. Und doch bleibt die Friedenstaube in der Kunst das Symbol für einen der wichtigsten Wünsche der Menschheit. Jürgen von Woyski´s verbindet architektonische Verweise auf die griechische Antike mit seiner Idee des Taubenturms. Das Zusammensetzen der Form aus einzelnen runden Segmenten verweist auf den klassischen Säulenschaft, der aus einzelnen Trommeln zusammengesetzt, die Säule bildet, dazu kommen schmale Dekorplatten, ähnlich klassischen Ornamenten verziert sie Woyski mit Strich- und Punktmustern oder kleinen Einbuchtungen.

Die Teilstücke, die den Tauben Raum geben, sind durchbrochen, erlauben Durchblicke durch die Säulenform. Der vier Meter hohe Taubenturm wurde in einzelnen Segmenten aus Terrakotta geformt, gebrannt und erst vor Ort zusammengesetzt.

Jürgen von Woyski, 1929 in Stolp geboren, starb 2000 in Dresden. Er begann eine Steinmetzlehre an der Schule für gestaltendes Handwerk in Posen, studierte an der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle und an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin Weißensee. Jürgen von Woyski arbeitete freischaffend in Hoyerswerda. Er lehrte an der Kunsthochschule Berlin Weißensee als Leiter der Abteilung Baukeramik und als Professor für plastisches Gestalten an der Technischen Universität Cottbus.

Jo(achim) Jastram, Ringergruppe/1973, Bronze

geb. 1928 in Rostock, gest. 2011 in Ribnitz-Damgarten

Die Füße schwungvoll in der Luft, um mit dem durch die Schwerkraft verstärkten Gewicht den Gegner zu Boden zu ringen. Die Anspannung der Muskeln, alle Arme ineinander verschlungen, ein Knoten aus zwei männlichen Körpern in kraftvollem Kampf mit sportlichen Regeln. Ringen ist eine sehr alte olympische Disziplin, die in zwei Formen ausgeübt wird – im Freistil gilt der gesamte Körper als Angriffsfläche, im Gegensatz dazu darf im Griechisch-Römischen Stil nur oberhalb der Gürtellinie gegriffen werden. Jo Jastram schuf 1973 mit dieser Ringergruppe eine Bronzeskulptur die menschliche Kraft und urwüchsigen Kampf ebenso thematisiert, wie die durch Regeln klar definierte Kultur eines über Jahrhunderte praktizierten Sports.

Der Kampf der Männer folgt trotz größter Anstrengung und geballter Energie einem sinngebenden Ablauf, der Sieg ist ohne Strategie, Wissen und Bedacht nicht zu erringen. Weitere Abgüsse der Ringergruppe finden sich unter anderm in der Stadt Kempen und in Magdeburg.

Jo Jastram, geboren 1928 in Rostock, studierte in Dresden und Berlin Bildhauerei, arbeitete freischaffend in Rostock und Kneese. Jastram lehrte in Greifswald und an der Kunsthochschule Berlin Weißensee und gilt bis heute als einer der bekanntesten Bildhauer Rostocks. Sein bekanntestes Werk im Stadtraum ist der Brunnen der Lebensfreude. Jo Jastram starb 2011 in Ribnitz-Damgarten.

Karl-Heinz Schamal, Turnende Knaben/ o.J., Bronze

geb. 1929 in  Luxdorf (Tschechien)

Sie stehen Kopf – in zirzensischer Bewegung bilden die Körper der Turnenden Knaben ein bewegtes Bild. Die Jungen, getragen von ihren Armen, werfen ihre Beine in die Luft, verbiegen ihre Leiber mit Dynamik und Kraft. Ihre angewinkelten Beine bilden eine bewegte, schwankende Form und unterstreichen die spielerische Lebendigkeit dieser Turnerei. Hier wird nicht nach Regeln geturnt, der Wettkampf liegt einzig im Vergleich der beiden Knaben. Die Kraft und das Geschick werden zum Spaß getestet.

Karl-Heinz Schamal zeigt in seinen Figuren Menschen, die trotz ihrer festen Form ihre Bewegung erhalten. In den Knaben fängt er die Vitalität, den Schwung und die Energie dieser Kinder ein und verstärkt diesen Eindruck durch die wackeligen Posen. Das starre Material Bronze wird durch die Form in schwungvolle Bewegung versetzt.   

Karl-Heinz Schamal, 1929 im tschechischen Luxdorf geboren, war Meisterschüler bei Fritz Cremer. Schamal lehrte seit 1967 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.

Margret Middell, Die große Sitzende/1969, Bronze

geb. in Marienwerder (Westpreußen)

Die Große Sitzende legt entspannt die Hände auf die Beine, sitzt lang, mit fast gestreckten Beinen auf dem Sockel aus Beton. Der Körper der Frauenfigur mit überlangen Armen und Beinen scheint nebensächlich, er verbildlicht einen Moment, formt eine Situation. Die Frau ruht in sich, lächelt milde, genießt den Augenblick. Sie pausiert, jedoch fehlt ihrem Sitzen jede Schwere und Müdigkeit, sie hält kurz inne um gleich mit Freude und Kraft weiterzumachen.   

Margret Middell beschäftigt sich in ihren Werken oft mit der Darstellung des Menschen. Die vielfach für den Außenraum konzipierten Figuren tragen einen situativen Ausdruck in den öffentlichen Raum. Die menschlichen Körper in widerstandsfähiger Bronze fügen alltägliche Emotionen in den Stadt- oder Naturraum ein. Sie halten den Blick des Vorbeieilenden auf und eröffnen die Möglichkeit, sich selbst durch die Figuren in ein Verhältnis zur Umwelt zu setzen und die eigene Situation zu reflektieren.

Margret Middell, 1940 in Marienwerder in Westpreußen geboren, arbeitet seit 1976 freischaffend in Barth.

Sabina Grzimek, Die Sinnende/1973-77, Bronze

geb. 1942 in Rom (Italien)

Die sitzende Frauenfigur stützt ihren Kopf mit dem linken Arm auf das übergeschlagene Knie. Mit ihrer übermenschlichen Größe strahlt Die Sinnende von Sabina Grzimek auf den ersten Blick eine tiefe Ruhe aus. Ihr Blick ist in die Weite über den Schwanenteich in Richtung Kunsthalle gerichtet. Die Frau, deren Gesichtszüge kaum persönliche Merkmale tragen, gibt in einer Momentaufnahme eine Situation wieder, die jeder nachempfinden kann. Die körperliche Ruhe verbirgt eine bewegte Gedankenwelt, die in der Ferne Antworten sucht.

Sabina Grzimek formt Figuren, die mit wenig porträthaften Zügen ausgestattet, ein Abbild von Lebenssituationen mit großem Identifikationspotenzial schaffen. Die offenen, rauen Oberflächen scheinen prozesshaft und unfertig, sie lassen das realistische Abbild des Menschen nie zu einem leblosen Standbild erstarren.

Sabina Grzimek, 1942 in Rom geboren, studierte Bildhauerei in Berlin und arbeitet freischaffend in Berlin und Erkner. 2011  erhielt sie den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg für ihr Lebenswerk.

Der Japanische Garten am Schwanenteich

Eine Besonderheit im Parkgelände am Schwanenteich ist der Japanische Garten. Er wurde am 24. August 1990 übergeben und geht auf partnerschaftliche Verbindungen nach Japan zurück. Senat, Kunsthalle und Rostocker Bürger waren beteiligt. Stifter der kleinen Anlage ist der japanische Gartenarchitekt Toemon Sano. Die Bekanntschaft mit dem in Rostock geborenen Künstler Heinrich-Johann Radeloff vom Freundeskreis „Unter den Linden“ in Kyoto machte die Umsetzung des Gedankens möglich. Radeloff war anläßlich einer Ausstellung seiner Werke 1988 aus Japan nach Rostock gekommen. Dabei wurde auch die Anlage eines japanischen Gartens in Erwägung gezogen. Die Umsetzung des Gedankens nahm wie angeboten Toemon Sano vor.

Der kleine Buddistische Zen-Garten ist ein Steingarten  mit Steinen, Steinplatten und Kiessand. Im Mittelpunkt steht ein Stein mit der in japanisch und auf der Rückseite deutsch gefassten Inschrift „Zwischen Ost und West, Süd und Nord leben Wege auf. Wir hoffen, die bescheidene Freundschaftstat trägt zur immerwährenden Freundschaft unserer Länder bei. Am Glückstag im August, Heilsel 2 (1990). Gezeichnet Seiko, in der Klause des Tempels Tenryu, Kyoto, Japan“

Japanische Kirschbäume, Steine und Platten kommen aus Japan. Mit dem von kleineren Steinen umgebenen großen Stein ist ein Segelschiff im Fluss oder an der Meeresküste versinnbildlicht. Am 20. April 2004 enthüllte Radeloff eine gegenüber dem Garten stehende Stele mit der Inschrift „Gestiftet vom Freundeskreis Unter den Linden Kyoto. Erbaut 1990 von Toemon Sano. Gefördert wurde die Anlage des Gartens durch die Stadt Kyoto, das Institut für Zen-Kultur und die Fremdsprachenhochschule Kyoto, die Unesco-Zweigstelle Japan, die damaligen beiden deutschen Botschaften in Japan sowie durch die Lufthansa und DSR-Lines Rostock. Hans-Heinrich Schimler

Das war der kleine visuelle Rundgang!

Foto von H.H. Schimler

Der „Kugelbrunnen“

Der Kugelbrunnen in Reutershagen, Walter-Stöcker Straße- gegenüber vom Reutershäger Markt und der Passage wurde 1978 errichtet von der PGH „Neue F0rm“ Hoyerswerda. Er hat keinen offiziellen Namen, wird aber umgangssprachlich als Kugelbrunnen bezeichnet.

Der Brunnen besteht aus sieben auf Stahlrohrsäulen liegende Stahlkugeln, aus deren horizontaler Mitte das Wasser austritt und sich in den runden Brunnen ergießt, in der Mitte steht die höchste Säule mit der größten Kugel mit etwa 1 m Durchmesser. Der Brunnen erfreut im Sommer regelmäßig Groß und Klein und lädt zum verweilen ein.

Das Relief stammt vom 1914 errichteten Reuterbrunnen, ehemals vor dem Kröpeliner Tor. Jetzt steht er in Reutershagen am Eikbomweg

Eikbomweg-Findling mit Bronzerelief.
Meilenstein an der Goerdeler Straße

Festveranstaltung zum Jubiläum 50 Jahre Kunsthalle Rostock. Seit dem 15. Mai 1969 gibt es die Kunsthalle am Rostocker Schwanenteich.

„Die Jubiläumsausstellung „Kunsthalle Rostock – Ein halbes Jahrhundert für die Kunst“ im Erdgeschoss des neuen Schaudepots beleuchtet Facetten, Erfolge und Brüche der Kunsthallengeschichte. In Dekaden gegliedert, werden ausgewählte Kunstwerke, Kommentare von Zeitgenossen sowie die Katalog- und Plakatproduktionen gezeigt. „Unsere Sammlung beinhaltet mittlerweile 620 Gemälde, ca. 8.000 Grafiken und gut 230 Plastiken. Es war gar nicht so einfach, eine Entscheidung zu treffen, welche Werke innerhalb der Jahrzehnte Beachtung finden sollen“, berichtet Museologin Heike Heilmann vom Auswahlprozess. „Wir zeigen daher bei Führungen im Grafikdepot zusätzlich die Erstankäufe.“ Für viele Besucher ist die Ausstellung „Ein halbes Jahrhundert für die Kunst“ eine Reise in die eigene Zeitgeschichte mit Entdeckungen und Wiederbegegnungen.

Unterstützt wurde die Herstellung der Schau vom Landesmarketing MV tut gut und der Rostocker WIRO GmbH. „Ohne unsere Sponsoren und auch den Förderverein Freunde der Kunsthalle Rostock e.V. wäre unsere Arbeit als kommunales Museum nicht in dem Ausmaß möglich“, bedankt sich Uwe Neumann. Als Geschenk an die Bürgerinnen und Bürger ist der Eintritt vom 17. Mai bis 19. Mai kostenlos. Zusätzliche Führungen und eine Schnitzeljagd für Kinder durch die Ausstellung finden statt. Die Ausstellung wird bis zum 27. Oktober 2019 zu sehen sein.“

Rostock – Kunsthalle Rostock feiert: Ein halbes Jahrhundert für die Kunst

„Der Bauarbeiter“ und “ Willi“- zwei Skulpturen von Günther Stümann als Geschenk an seine Stadt.

Herr Stümann, vielen auch als „Rostocker Jung“ bekannt, war bis zu seiner Rente Stuckateur und Kunstformer sowie Bauingenieur im Bauwesen. Gelernt hat er diesen Beruf in der BPS “ Bauwesen WBK“, 1954. Zu ehren aller Rostocker Bauarbeiter und aus tiefer Verbundenheit zu der Tätigkeit im Bauwesen, schuf Herr Stümann die Skulptur. Circa 2 Jahre- von der Idee bis zur Fertigstellung-benötigte er für diese Stahl-/Betonskulptur. Er verbrauchte fast 200 kg Stahl und die Skulptur wiegt insgesamt zwischen 14 und 15 Zentner. Interessant ist, dass die Skulptur eine originale Maurerausrüstung trägt. Links hält der Maurer einen Stein und rechts seine Kelle.

Um die Skulptur von seinem Grundstück zu schaffen, benötigte es viel Kraft und einen Kran. Die Skulptur steht nun auf dem Gelände der Berufsschule für Bauwesen am “ Fritz- Triddelfritz-Weg“.

Die zweite Skulptur steht seit 2005 beim “ Haus der Kleingärtner“. Auch diese ist aus Beton und Stahl und Herr Stümann benötigte ein gutes Vierteljahr, um die Skulptur fertigzustellen.

Als Fidel Castro nach Rostock kam

Im Jahre 1972 besuchte Fidel Castro Rostock und kam auch durch Reutershagen. Diese Fotos entstanden an der Ecke Tschaikowskistraße/ Händelstraße.

Fotos von Stephan Jutzas

Die Eröffnung der Stadtteilbibliothek Reutershagen

„Am 1. März 2019 wird das neue Domizil der Stadtteilbibliothek Reutershagen in der Ernst-Thälmann-Straße 27 um 9.30 Uhr feierlich durch Rostocks Senator für Jugend und Soziales, Gesundheit, Schule und Sport Steffen Bockhahn eröffnet. Mit Unterstützung von Schülerinnen und Schülern der 2. Klasse der Türmchenschule ziehen die letzten Bücher aus der alten Bibliothek in die neue Einrichtung einige Meter weiter um.

Viele Jahre hatten sich die Reutershäger mit den beengten Gegebenheiten in ihrer Bibliothek arrangiert. Jetzt freut sich das Team der Stadtteilbibliothek, viele Nutzerinnen und Nutzer sowie allen Neugierige in der 30 Quadratmeter größeren Einrichtung zur Eröffnung und in der Folgezeit wieder begrüßen zu dürfen. (Pressemitteilung vom 21.02.2019 – Kultur, Freizeit, Sport).“

Quelle: Rostock: Bibliothek zieht um (ostsee-zeitung.de)

Das Rostocker Freizeitzentrum

Kuphalstraße 77- Eröffnung Haus der Pioniere, zuvor Rudolf- Klug- Schule am 12.10.1983, Foto J. Sindermann

Für die Jungen und Mädchen der Bezirksstadt hat das Haus der Pioniere „Karl Liebknecht“ sein Freizeitangebot erweitert. In rund 200 Arbeitsgemeinschaften verbringen 3000 Schüler einen Teil ihrer Freizeit, das Angebot reicht von Nähanleitungen und Schnitzen bis zum Kochen, Fotografieren oder zur Kosmetik.

„Der Rostocker Freizeitzentrum e.V. ist ein Dachverband. Ihm haben sich seit 1993 schon 14 rechtlich selbstständige gemeinnützige Organisationen angeschlossen, um sozial, kulturell oder sportlich aktiv zu sein. Das Rostocker Freizeitzentrum ist Heimstatt zahlreicher Vereine und damit Ausgangspunkt ungezählter Aktivitäten in der gesamten Hansestadt Rostock und darüber hinaus.“

Quelle: Rostocker Freizeitzentrum E.V. (rfz-rostock.com)

Depot 12- Straßenbahn in Rostock

Startseite / depot12_2016 : Rostocker Straßenbahn AG

Kunsthalle Rostock- das Schaudepot eröffnet

Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau Schaudepot der Kunsthalle Rostock im Beisein der Landesbildungsministerin Birgit Hesse, Senator Dr. Chris Müller, Sigrid Hecht, Leiterin des Eigenbetriebes Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung, Dr. Michaela Selling, Leiterin des Amtes für Kultur, Denkmalpflege und Museen, Oberbürgermeister Roland Methling und Kunsthallendirektor Jörg Uwe Neumann.

Das 4,5 Millionen Euro teure Depot soll im Herbst 2018 fertig sein und wird von der Stadt mit rund 500 000 Euro finanziert, dazu rund 4 Millionen Euro vom Bund aus dem Programm „Nationales Projekt des Städtebaus“. Entstehen wird ein etwa 27 mal 27 Meter großer Bau mit rund 1100 Quadratmetern Ausstellungs- und Schaudepotfläche auf zwei Etagen. Bislang werden die Kunstschätze der Stadt in diversen Räumlichkeiten verschlossen gelagert, so dass die Bürger die Kunstwerke nicht betrachten können.

Der Botanische Garten

Am 16. August 1935 informierte der Rostocker Anzeiger seine Leser über erste Schritte zur Anlage eines neuen Botanischen Gartens in der heutigen Hamburger Straße, die damals Lübecker Straße hieß. Rund einhundert Parzellen einer Kleingartenanlage, so berichtete die Zeitung, mussten dafür gegen eine Entschädigung aufgegeben werden. Damit stand ein Gelände zur Verfügung, dass mit seinen etwa sechs Hektar Größe, diversen Höhenunterschieden und vorhandenem Wasserlauf beste Voraussetzungen zur Anlage verschiedener Bereiche eines Botanischen Gartens bot.

Unter der Leitung des 1923 ins Amt gekommenen Professors  Hermann von Guttenberg entstand eine Anlage, die sich noch heute allseitiger Beliebtheit erfreut. Denn wenn der Garten auch zunächst universitären Zwecken dient, war er gleichzeitig immer eine öffentliche Anlage, die von den Rostockern gerne besucht wurde. In unserer Zeit jährlich 35 000 Besucher sprechen für sich. Zu besehen gibt es rund 10 000 Pflanzenarten, die die Basis der aktuellen Biodiversitäts-Forschung sind und der Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen dienen. Ein besonderer Schwerpunkt der Forschung sind fleischfressende Pflanzen.

Vorgesehen waren auch ein Institutsgebäude und eine eindrucksvolle Gewächshausanlage, die kriegs- und nachkriegsbedingt nie umgesetzt wurden.  Pläne dafür lagen bereits 1936 vor. Die Rostocker Universität hätte damit eine Einrichtung gehabt, die sicher auch internationalen Kriterien genügt hätte. Inzwischen ist mit dem Loki-Schmidt-Haus ein neues Gewächshaus errichtet worden.

Die Freilandanlage hält nicht nur für den Fachmann einiges bereit. Auch der unkundige Besucher wird von der Fülle des Sehenswerten überrascht sein, es sei denn, er zählt zu den vielen treuen Dauergästen, die hier Erholung und botanische Wissenserweiterung in geradezu idealer Weise verbinden können. Zu den Höhepunkten gehört zweifellos die Gebirgsanlage, das Alpinum. Mit einem halben Hektar gibt es nichts Vergleichbares im Norden Deutschlands. Das Arboretum bietet Einblicke in die Welt der Bäume. Vorgestellt werden auch Landschaftsformen wie Heide, Flach- und Hochmoore, Teiche und die Fülle der darin vorkommenden Pflanzen.

Auf inzwischen 7,8 Hektar vermitteln sie und viele andere Bereiche umfassende Kenntnisse in Sachen Natur. Führungen und Veranstaltungen wie etwa die alljährliche Landespilzschau tun das ihre dazu. Gemeinsam mit Instituts- und Gartendirektor Prof. Dr. Stefan Porembski bewältigen die Mitarbeiter des Gartens eine kaum zu unterschätzende Arbeit.( Schimler)

Auf den folgenden Seiten finden Sie weitere interessante Informationen sowie einen virtuellen Rundgang durch den botanischen Garten.

Quelle:

Start | botanischergarten (wixsite.com)

Geschichte des Botanischen Gartens – Botanischer Garten – Universität Rostock (uni-rostock.de)

Startseite – Botanischer Garten – Universität Rostock (uni-rostock.de)

Landes-Pilzausstellung – Botanischer Garten – Universität Rostock (uni-rostock.de)

Quellen: ++ mv-terra-incognita ++ Lan

desgeschichte und Regionalgeschichte von Mecklenburg und Vorpommern ++ (mv-terra-incognita.de)