Fritz Reuter

„Je, Rostock! – Jeden Meckelnbörger geiht dat Hart up un männigmal ok de Geldbüdel, wenn von Rostock de Red‘ is.“
―Fritz Reuter

Wie Fritz Reuter nach Reutershagen kam 🙂

Auf den Fotos ist unter anderem der Künstler Thomas Jastram sowie Karsten Lachmann zu sehen. Bei Hr. Lachmann, in seiner Gießerei in Ziesendorf bei Rostock, wurde die Bronze gegossen und dann an seinen Platz am Markt Reutershagen gebracht. wo sie dann letztlich eingeweiht wurde. Seitdem steht Fritz dort und hat alles fest im Blick!

Wer war Fritz Reuter?

Fritz Reuter wurde als Heinrich Ludwig Christian Friedrich Reuter am 07.11.1810 in Stavenhagen als Sohn des Bürgermeisters und Stadtrichters Georg Johann Reuter und dessen Frau Johanna geboren. Seine Mutter war nach der Geburt seines jüngeren Bruders fortan gelähmt und starb 1826. Reuter wurde bis zu seinem 13. Lebensjahr überwiegend zu Hause unterrichtet, ab dem 14. Lebensjahr lernte er an der Gelehrtenschule in Friedland und besuchte ab 1828 das Friedrich-Franz-Gymnasium in Parchim. Er war kein guter Schüler, interessierte sich nur für Zeichnen und Turnen und hatte als Jugendlicher den Wunsch, Maler zu werden. Durch den Einfluss des Turnens und eines Lehrers hörte er erstmals von den Ideen der Urburschenschaft. 1831 schaffte er sein Reifezeugnis.

Fritz Reuter begann im Oktober 1831 auf Wunsch seines Vaters ein Studium der Rechtswissenschaften in Rostock und schloss sich hier dem „Corps Vandalia“ an, das ihn wegen rüpelhaften Verhaltens alsbald wieder ausschloss. Bereits damals traf man Reuter häufig beim Zechen in den Weinstuben an. Ab Frühjahr 1832 setzte er das Studium in Jena fort. Dort schloss er sich der radikalen Jenaischen Burschenschaft „Germania“ an, was damals einem Kapitalverbrechen gleichkam und wurde deshalb 1832 erstmals kurz festgenommen. Danach ging er nach Calmburg/ Thüringen und versuchte, eine neue Studienerlaubnis zu bekommen, was ihm nicht gelang.

Im Oktober 1833 wurde Reuter in Berlin erneut festgenommen und auf der Festung Silberberg interniert. Im August 1836 wurde er wegen „Teilnahme an hochverräterischen burschenschaftlichen Verbindungen in Jena und Majestätsbeleidigung“ zum Tode verurteilt, diese Strafe wurde zunächst in 30 Jahre Festungshaft und später auf 8 Jahre Festungshaft abgemildert. Auch während dieser Zeit tröstete sich Reuter mit mancher Flasche Wein. Im August 1840 wurde er entlassen.

Der Versuch, sein ungeliebtes Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg fortzusetzen, endete im Desaster. Auf Wunsch seines Vaters zog er 1842 zu einem Onkel nach Jabel und trat dort eine Stelle aus Volontär („Strom“) bei einem Gutspächter in Demzin an. Dort lernte er auch seine spätere Frau Luise Kuntze, eine Pastorentochter, die als Kindererzieherin arbeitete, kennen. 1845 starb sein Vater, der ihn faktisch enterbt hatte. Danach begann Fritz Reuter seine schriftstellerische Tätigkeit, zunächst auf hochdeutsch, später in niederdeutscher Mundart.

Ab 1850 ließ sich er sich als Privatlehrer für Zeichen und Turnen in Altentreptow nieder, nahm die preußische Staatsbürgerschaft an und wurde Stadtverordneter. Im Juni 1851 heiratete er Luise Kuntze.

1853 gelang Fritz Reuter mit seinem Werk „Läuschen und Rimels“ im Selbstverlag der erste größere literarische Erfolg, der ihm auch ein finanzielles Polster verschaffte. 1856 zog er mit seiner Frau nach Neubrandenburg. Hier hatte er seine schaffensreichsten Jahre als Schriftsteller, es entstehen „Kein Hüsung“ (1858), „Ut de Franzosentid“ (1860) und er begann den Roman „Ut mine Stromtid“, den er 1864 vollendete. Ab 1859 werden seine Werke von Carl Hinstorff verlegt. 1863 wurde ihm von der Rostocker Universität die Ehrendoktorwürde verliehen.

1863 übersiedelte Fritz Reuter mit seiner Frau nach Eisenach. Hier entstand sein letzter großer Roman „De Reis’ nah Konstantinopel oder de meckelnbörgschen Montecchi un Capuletti, den er 1867 vollendete. Er erlitt 1874 einen Schlaganfall und starb am 12. Juli 1874 im Alter von 63 Jahren in Eisenach.

Fritz Reuters Literatur ist durch feinsinnigen Humor und Satire geprägt. Er fand Zugang zu den Menschen seines Volkes, denen er „aus Maul schaute“. Er erhob das Plattdeutsche von der Mundart des einfachen, ungebildeten Volkes zur Literatursprache.

Bedeutendste Werke:

Läuschen un Rimels (1853)
Meine Vaterstadt Stavenhagen (1856)
Kein Hüsung (1857)                                                                                                            

 Ut de Franzosentid (1859)
Hanne Nüte un de lütte Pudel (1860)
Abendteuer des Entspekter Bräsig (1861)                                                                                                   Ut mine Festungstid (1862)
Ut mine Stromtid (1862)
Dörchläuchting (1866)
De Urgeschicht’ von Meckelnborg (1874)